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SGG STADIP COLOR Technik

Design mit Licht und Farben

STADIP COLOR ist ein farbiges Verbundsicherheitsglas aus 2 x PLANILUX DIAMANT mit hochreißfester, mind. einer autoklavierten Farbfolie, entsprechend EN 12543. Jeder Buchstabe des Farbcodes entspricht 0,38 mm Foliendicke. Zwei Glasscheiben werden mit eingefärbten PvB-Folien miteinander verbunden. Die Verwendung von entfärbtem, extraweißem Floatglas (PLANILUX DIAMANT) erhöht die Brillanz des Farbeindruckes und wurde deshalb für alle Standardfarben ausgewählt. Andere Glasarten sind möglich.

Um zusätzliche Funktionen wie z.B. Absturzsicherung zu erzielen, ist es ohne Änderung des Farbeindrucks möglich eine zusätzliche, klare Folie zu ergänzen.

1. Abmessung

 
bis max. 2650 x 5200 mm bzw. 2000 x 5600 mm bzw. 1650 x 6000 mm
Ausnahme Sonderfarbe „polar white“
max. 2000 x 5500 mm
Maximalgewicht 1000 kg
Mindestmaß 250 x 400 mm
Max. Seitenverhältnis Einzelglasdicke < 8 mm: 1:10
Einzelglasdicke > 8 mm: 1:20
Max. Gesamtdicke 100 mm Mehrfachverbund

Aus 2 x PLANILUX DIAMANT ESG oder TVG können Sie den Produktionsgrößen entnehmen.

 
 

2. Anwendungstechnische Hinweise

Farbstabilität
Standardfarben

Alle Farbfolien wurden einem 3-jährigen Arizonatest unterzogen. Dies entspricht in etwa einer Nutzung von 10 Jahren in mitteleuropäischen Klimaten. Nach diesem Test wiesen alle Folien geringe Farbnuanceänderungen auf. Ein DELTA E1) Wert < 1,6 wurde dabei nie überschritten. In der Praxis ist davon auszugehen, dass diese geringen Farbnuanceänderungen nicht als störend wahrgenommen werden. Alleine bei Reparaturen können geringe Farbunterschiede zum Altbestand auftreten.
Die Eignung für Außenverglasungen entnehmen Sie den Tabellen „Farbstabilität und Anwendung bei STADIP COLOR“.

1) Messung nach Hunter Color Space Illuminat C

Sonderfarben

Bei Sonderfarben ist die Eignung für Außenverglasungen im Einzelfall mit uns abzuklären.
Von Kombinationen mit hellen gelb Tönen sollte aufgrund höherer DELTA E1) Abweichungen von 4,0 bis 5,0 bei sensiblen Anwendungen Abstand genommen werden.

1) Messung nach Hunter Color Space Illuminat C

Farbeindruck abhängig von der Betrachterseite

Die Farbe wird in der Regel durch mehrlagige unterschiedlich farbige Folien bestimmt.

Bei Standardfarben mit asymmetrischem Folienaufbau entstehen daher unterschiedliche Farbeindrücke je nach Betrachtungsseite. Bei allen STADIP COLOR Gläsern wird die Außenseite gekennzeichnet.

Bruchrisken durch thermisches Verhalten bei Außenverglasungen

Bedingt durch die Wärmeabsorption der Folien ist mit erhöhter thermischer Belastung zu rechnen. Wir empfehlen daher bei Anwendungen für den Außenbereich STADIP COLOR nur mit fein geschliffenen Kanten zu verwenden.
Bei Kombinationen mit Isoliergläsern ist im Einzelfall zu überprüfen in wie weit die auftretenden Temperaturdifferenz ∆T eine Ausführung der Einzelscheiben in ESG oder TVG erforderlich machen.

Verordnung MA 64-39/2004

Für die Anwendung von Glas ist in Österreich die „befristete Zulassung von Glas im Bauwesen in festigkeitstechnischer Sicht“ - Verordnung MA 64-39/2004 der Stadt Wien relevant.

Darin wird der Einsatz von STADIP VSG und in der Folge somit auch für STADIP COLOR für nachstehende Anwendungen geregelt:

  1. VSG zwingend erforderlich
    Glaswände an absturzgefährlichen Stellen
    Überkopfverglasungen
  2. VSG auch vorgesehen
    Glaswände bis zu einer Höhe von mind. 1,0 m über der Standfläche
    Fassadenbekleidungen
    Bewegliche Elemente (Fenster, Türen) bis zu einer Höhe von mind. 1,0 m über der Standfläche

Zulässige Biegezugspannungen und Durchbiegungen zur Bemessung der Glasdicke entnehmen Sie der Tabelle rechts.

Nachweise für Glaswände an absturzgefährlichen Stellen können durch Bauteilversuche oder rechnerischen Nachweis erfolgen, wobei Größe, Befestigungsart und Anschlüsse zu berücksichtigen sind. Mit VSG sind diese Anforderungen grundsätzlich zu erfüllen.

Ballwurfsicherheit

Für besondere Anforderungen in Sportstätten, Turnhallen, etc. kann STADIP den Anforderungen nach DIN 18032 Teil 3 entsprechen.

Feuchtigkeitseinwirkung bei VSG

Die verwendeten PvB-Folien sind hygroskopisch und extrem trocken. An den Kanten der VSG-Einheit ist die Folie der Luft ausgesetzt. Luftfeuchtigkeit oder stehendes Wasser und Tropfenbildungen am VSG-Rand bedingen ein hohes Dampfdruckgefälle. Feuchtigkeit kann somit in die Folie eindringen und diese nimmt tendenziell immer mehr Feuchtigkeit auf. Dies kann sich nach längerer Nutzungszeit durch optischen Eintrübungen bzw. Ablösungen am Glasrand bemerkbar machen, führt aber zu keinem Funktionsverlust, weil dieser Effekt auf den Randbereich begrenzt bleibt.

Bei den Einbaubedingungen ist darauf zu achten, dass die Glaskante frei von stauender Nässe bleibt. Da oben beschriebene Feuchtigkeitserscheinungen am Randbereich von VSG auch von Dichtstoffen oder Klotzungsmaterial herrühren können, kommt der Verträglichkeit gegenüber angewendeten Materialen große Bedeutung zu. Unterschiedliche Substanzen die mit den PvB-Folien direkt oder indirekt kontaktieren dürfen keine chemischen oder physikalischen Wechselwirkungen (z.B. Austritt von Weichmachern) unter dem bestimmungsmäßigen Gebrauch eingehen. Die verwendeten Dichtstoffe, Verglasungsklötze, Bänder etc. sind daher auf die Verträglichkeit zur PvB-Folie abzustimmen. Wir empfehlen die Kompatibilität vom Dichtstoffhersteller prüfen zu lassen.

VSG mit freier Glaskante

Ein Schutz der Kanten gegenüber dem oben beschriebenen Effekt ist nach heutiger Erfahrung nicht möglich. Häufig wird die Meinung geäußert, dass mit dünnen Lack- oder Silikonschichten der Kantenbereich mit der Folie nach außen abgedeckt und so geschützt werden könne. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Dichtstoffe – z.B. Silikon – sich nicht mit den PvB-Folien verbinden und daher nur am Material anliegen. Auch sind diese Dichtstoffe nicht dampfdicht, d.h. Feuchtigkeit könnte in Dampfform trotzt solcher „Präventivmaßnahmen“ in das System eindringen und zwischen diesen „Schutz“ gegenüber der Folie aktiv werden.

UV-Durchlässigkeit

PvB-Folien weisen nur eine sehr geringe UV-Transmission auf. Speziell UV absorbierende Folien können die UV-Transmission auf < 1% abmindern. Bei Verwendung solcher Folien weisen wir Sie darauf hin, dass die Vergilbung von Objekten oder Ausstellungsstücken hinter solchen Verglasungen nicht nur durch die UV-Lichtanteile im Spektralbereich 280 – 380 nm hervorgerufen werden sondern auch die Strahlung im sichtbaren Bereich des Sonnenspektrums zur Vergilbung beitragen kann. Für solche sonnenlichtbedingte Alterungserscheinungen an Gegenständen kann deshalb keine Haftung übernommen werden.

[PDF] Toleranzen
[PDF] Allgemeine Verglasungsrichtlinien
[PDF] Reinigungs- und Wartungsempfehlungen

 
 

3. Bearbeitungen

3.1 Kantenbearbeitung

Standardmäßig wird STADIP COLOR mit Schnittkanten geliefert.

Kantenqualität bei VSG

Alle bei ECKELT hergestellten VSG-Einheiten werden als Festmaß gefertigt, d.h. jede Einzelscheibe geschnitten bzw. geschliffen und anschließend verbunden. Dadurch wird die Qualität der Kante - im Gegensatz zu nachträglich aus großen Bandmaßen geschnittenen VSG - verbessert, weil der Schneid- und Brechvorgang am fertigen VSG die Gefahr des Entstehens kleinerer bis größerer Ausmuschelungen der Glaskante (Kerbwirkung) birgt.

3.2 Lochbohrungen und Ausschnitte

Aufgrund der Bruchgefahr empfehlen wir Lochbohrungen, Rand- und Eckausschnitte nur aus STADIP mit Kombinationen aus PLANIDUR oder SECURIT auszuführen.

Produktionsbedingte Mindestabstände sind einzuhalten.

 
Kante geschnitten (KG)
 
 

4. Kennzeichnung

STADIP in Kombination mit Floatglas wird standardmäßig nicht gekennzeichnet.
Abhängig von der Anwendung (z.B. Liftumwehrungen) können besondere Kennzeichnungen behördlich verlangt werden, diese müssen bei der Bestellung bereits vorgegeben werden.

STADIP in Kombination mit TVG wird standardmäßig gekennzeichnet.

 
 

5. Nachweise

Übereinstimmungsnachweis
STADIP Verbundsicherheitsglas entspricht der deutschen Bauregelliste A Teil 1 lfd. Nr. 11.8

 
 

6. technische Daten

STADIP VSG unterliegt einer laufenden Eigen- und Fremdüberwachung.