3. Anwendungstechnische Hinweise
Bedeutung und Erläuterung der „Spektrumsanpassungswerte“ C und Ctr
Die „Spektrums-Anpassungswerte“ C und Ctr korrigieren das bewerte Schalldämmmaß RW: Für Schallquellen mit eher hohen Frequenzen muss der Wert C hinzuaddiert werden. Bei Schallquellen dagegen, die vor allem tiefe Frequenzen ausstrahlen, muss Ctr zu RW addiert werden.
Beide Korrekturwerte sind immer negativ oder gleich Null, d.h. sie korrigieren das Schalldämmmaß stets nach unten.
Das akustische Verhalten eines Bauteils wird daher in Form RW (C,Ctr) angegeben. Das heißt ein Bauteil mit den Werten RW (C, Ctr) = 40 (-2, -8) zeigt eine „mittlere“ Dämmleistung von 40 dB. Speziell für Schallquellen mit eher hohen Tönen ist die Schalldämmung aber um 2 dB geringer, für hauptsächlich tieffrequente Schallquellen sogar um 8 dB.
Anforderungen an die Schalldämmung
Normalerweise werden Anforderungen an das Bauteil Fenster und nicht an die Verglasung alleine gestellt.
In der Regel liegen die geforderten Schalldämmmasse für die Verglasung immer höher als jener Wert, der für das eingebaute Fenster gewünscht wird. Es ist Aufgabe des Architekten bzw. des (Akustik-) Planers, den maßgeblichen Außenlärmpegel zu ermitteln und die Anforderung an die Schalldämmung festzulegen.
OIB Richtlinie 4 – Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit
Für die Anwendung von Glas ist in Österreich die Richtlinie 4 relevant. Diese regelt den Einsatz von STADIP VSG für nachstehende Anwendungen:
(a) zwingend erforderlich
Glaswände an absturzgefährlichen Stellen Überkopfverglasungen
(b) auch vorgesehen
Glaswände Fenster und Türen bis 1,5 m über der Standfläche Fassadenbekleidungen
Nachweise für Glaswände an absturzgefährlichen Stellen können durch Bauteilversuche oder rechnerischen Nachweis erfolgen, wobei Größe, Befestigungsart und Anschlüsse zu berücksichtigen sind. Mit VSG sind diese Anforderungen grundsätzlich zu erfüllen.
Ballwurfsicherheit
Für besondere Anforderungen in Sportstätten, Turnhallen, etc. kann STADIP den Anforderungen nach DIN 18032 Teil 3 entsprechen.
Feuchtigkeitseinwirkung bei VSG
Die verwendeten PvB-Folien sind hygroskopisch und extrem trocken. An den Kanten der VSG-Einheit ist die Folie der Luft ausgesetzt. Luftfeuchtigkeit oder stehendes Wasser und Tropfenbildungen am VSG-Rand bedingen ein hohes Dampfdruckgefälle. Feuchtigkeit kann somit in die Folie eindringen und diese nimmt tendenziell immer mehr Feuchtigkeit auf. Dies kann sich nach längerer Nutzungszeit durch optische Eintrübungen bzw. Ablösungen am Glasrand bemerkbar machen, führt aber zu keinem Funktionsverlust, weil dieser Effekt auf den Randbereich begrenzt bleibt.
Bei den Einbaubedingungen ist darauf zu achten, dass die Glaskante frei von stauender Nässe bleibt. Da oben beschriebene Feuchtigkeitserscheinungen am Randbereich von VSG auch von Dichtstoffen oder Klotzungsmaterial herrühren können, kommt der Verträglichkeit gegenüber angewendeten Materialen große Bedeutung zu. Unterschiedliche Substanzen die mit den PvB-Folien direkt oder indirekt kontaktieren dürfen keine chemischen oder physikalischen Wechselwirkungen (z.B. Austritt von Weichmachern) unter dem bestimmungsmäßigen Gebrauch eingehen. Die verwendeten Dichtstoffe, Verglasungsklötze, Bänder etc. sind daher auf die Verträglichkeit zur PvB-Folie abzustimmen. Wir empfehlen die Kompatibilität vom Dichtstoffhersteller prüfen zu lassen.
VSG mit freier Glaskante
Ein Schutz der Kanten gegenüber dem oben beschriebenen Effekt ist nach heutiger Erfahrung nicht möglich. Häufig wird die Meinung geäußert, dass mit dünnen Lack- oder Silikonschichten der Kantenbereich mit der Folie nach außen abgedeckt und so geschützt werden könne. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Dichtstoffe – z.B. Silikon – sich nicht mit den PvB-Folien verbinden und daher nur am Material anliegen. Auch sind diese Dichtstoffe nicht dampfdicht, d.h. Feuchtigkeit könnte in Dampfform trotzt solcher „Präventivmaßnahmen“ in das System eindringen und zwischen diesen „Schutz“ gegenüber der Folie aktiv werden.
UV-Durchlässigkeit
PvB-Folien weisen nur eine sehr geringe UV-Transmission auf. Speziell UV absorbierende Folien können die UV-Transmission auf < 1% abmindern. Bei Verwendung solcher Folien weisen wir Sie darauf hin, dass die Vergilbung von Objekten oder Ausstellungsstücken hinter solchen Verglasungen nicht nur durch die UV-Lichtanteile im Spektralbereich 280 – 380 nm hervorgerufen werden sondern auch die Strahlung im sichtbaren Bereich des Sonnenspektrums zur Vergilbung beitragen kann. Für solche sonnenlichtbedingte Alterungserscheinungen an Gegenständen kann deshalb keine Haftung übernommen werden.
[PDF] Toleranzen
[PDF] Allgemeine Verglasungsrichtlinien
[PDF] Reinigungs- und Wartungsempfehlungen
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