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SGG LITE-POINT Technik

Wandverkleidung mit System

Trag- oder Mauerwerke haben in der Regel unterschiedliches Ausdehnungsverhalten zu vorgesetzten Gläsern. Punktbefestigungen müssen daher in der Lage sein, die temperatur- und lastbedingten Bewegungsunterschiede spannungsfrei aufzunehmen.

Mit der patentierten LITE-POINT Lösung ist dies durch ein funktionierendes Befestigungssystem im Prinzip der Fest- und Loslageranbindung der Gläser sichergestellt.

1. Systembeschreibung

1.1 Konstruktion

LITE-POINT Systemkomponenten bestehen aus Tragkonsolen, vertikalen Winkel- und horizontalen Schienenprofilen sowie Glasbefestigungspunkte für Fest- und Loslager inkl. sämtlicher Kleinmaterialien wie Beilagen und Schrauben.

Die Konstruktionstiefe wird durch die Dicke des bauseitigen Dämmmaterials und der notwendigen Hinterlüftung bestimmt. Dimensionen entnehmen Sie dem Systemschnitt.

Für Außen- oder Innenecken, Leibungsverkleidungen etc. stehen entsprechende Systemverbindungen zur Verfügung.

Die Dübel zur Anbindung an das Mauerwerk sind nicht Systembestandteil von LITE-POINT.

Für die Ermittlung Ihrer idealen Wärmedämmung und Wahl des geeigneten Dämmmaterials besuchen Sie die [ISOVER Homepage], eine allgemeine Empfehlung können Sie rechts downloaden.

1.2 Glas

Für LITE-POINT ist ein Glasdicke von 8 oder 10 mm für SECURIT-H bzw. 12 oder 14 mm für STADIP VSG zu verwenden, welche mind. 4 bis max. 12 Systembohrungen aufweisen.

Entsprechend den einschlägigen technischen Regelwerken stehen folgende Glasarten zur Verfügung:
[>] EMALIT-H
[>] EMALIT-H BIOCLEAN
[>] SERALIT LITEX-H
[>] SERALIT LITEX-H BIOCLEAN
[>] SECURIT-H aus MASTER- oder DECORGLASS
[>] STADIP VSG

 
Prinzip Fest- und Loslager
 
Systemkomponenten LITE-POINT [PDF]
 
© V. Wulvéryck & P. Chédall
SECURIT-H aus MASTER- oder DECORGLASS
 
 

2. Abmessungen

Grundsätzlich sind die Glasabmessung von den Wind- und Soglasten, sowie der Anzahl der Punkte abhängig. Erfahrungsgemäß empfiehlt sich die max. Abmessung auf 1800 x 2400 mm zu beschränken. Zur Orientierung dienen nachstehende, in der Praxis ausgeführte Abmessungen.

Anzahl der Bohrungen Abmessungen
4 1200 x 1200 mm
6 1200 x 1800 mm
8 1200 x 2400 mm
9 1800 x 1800 mm
12 1800 x 2400 mm

Für den einzelnen Anwendungsfall kann eine statische Vordimensionierung auf Anfrage von ECKELT durchgeführt werden.

   

3. Anwendungstechnische Hinweise

Hinsichtlich der Verwendbarkeit von LITE-POINT ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei um ein System von Glas- und Tragekonstruktion handelt, welches sich durch statischen Nachweis im Anwendungsfall eignet.

In Österreich gilt es daher die Verordnung der MA 64-39/2004 entsprechend Punkt 1.1.3 anzuwenden und gemäß Punkt 5.4 auszuführen. Für LITE-POINT wird daher nur ESG-H verwendet.

Der notwendige statische Nachweis für Glas und Tragekonstruktion ist vom Kunden zu veranlassen. In Österreich empfehlen wir das Büro H+W [Website] Ziviltechniker GmbH, für Deutschland das Büro GSK [Website].

3.1 Planungshinweise

Detailzeichnungen zu allen verfügbaren LITE-POINT Systembeschlägen können Sie rechts im Beschlagsprogramm downloaden.

Hinter jeder Glassystembohrung ist das vertikale Aluminium-Tragprofil (LP 1013) einzuplanen. Unter Berücksichtigung auftretender Längsdehnungen soll die durchgehende Stangenlänge von 3 m nicht überschritten werden.

Hinter jeder Glassystembohrung ist eine Systemkonsole planerisch als Stütze anzuordnen.

Ein geeigneter Dübeltyp – bauseits – muss in Abhängigkeit des Mauerwerks ermittelt werden. Situationsbedingt empfehlen wir dies durch Auszugsversuche am Bauvorhaben zu bestimmen.

Bitte beachten Sie auch die Montagehinweise rechts.

3.2 Nachweise

Für LITE-POINT liegen Prüfungen der Widerstandfähigkeit bei Windbelastungen vor. Dabei wurden Gläser mit 2,4 x 1,2 m mit Soglasten bis 4 KN/m² positiv beurteilt.

[PDF] Handbuch Toleranzen
[PDF] Allgemeine Verglasungsrichtlinien
[PDF] Allgemeine Reinigungsempfehlungen
[PDF] Reinigungs- und Pflegehinweise BIOCLEAN

 
 
 

4. Kennzeichnung

Die Kennzeichnung wird entsprechend des gewählten Glasproduktes vorgenommen.

Entsprechend EN 14179 sind alle EMALIT-H Gläser sichtbar und dauerhaft gekennzeichnet.

Entsprechend EN 14179 sind alle ESG-H Gläser sichtbar und dauerhaft gekennzeichnet.

SERALIT LITEX-H wird entsprechend dem Stand der Technik gekennzeichnet.

VOM STANDARD ABWEICHENDE KENNZEICHNUNGEN ODER STEMPELLAGEN SIND BEI DER BESTELLUNG SCHRIFTLICH VORZUGEBEN.

4.1 Sichtbares Qualitätssiegel

Jede Scheibe wird an der Stirnkante im Eckbereich mit einem Qualitätssiegel (Indikatorfarbe) versehen. Diese patentierte Indikatorfarbe weist nach, dass das Glas den HST-Prozess durchlaufen hat. Vor dem Heat-Soak-Test wird an einer Kante im Eckbereich mit einer blauen Spezialfarbe ein Punkt aufgebracht, der sich unter den Testbedingungen – mindestens vier Stunden Heißlagern bei etwa 280 °C – bräunlich beige verfärbt. Damit ist belegt, dass die so markierte Scheibe den Test wirklich durchlaufen hat. Dies ermöglicht eine lückenlose Kontrolle auch bei Einbau der Scheibe in die Fassade.

 
Qualitätssiegel vor HST
 
Qualitätssiegel nach HST
 
 

5. Kantenbearbeitung

Standardmäßig werden SERALIT LITEX-H, EMALIT-H bzw. SECURIT-H mit gesäumten Kanten geliefert.

Bei Bestellung Kante geschliffen (KGN) und Kante poliert (KPO) werden standardmäßig bei rechtwinkeligen Gläsern die Ecken matt gestoßen.

5.1 Lochbohrung

Für LITE-POINT werden Senklochbohrungen systemabgestimmt ausgeführt.

Systembedingte Mindestabstände sind einzuhalten.

 
Kante gesäumt (KGS)