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VARIO Technik

Ganzglas-Optik ganz einfach

ETA (Europäisch Technische Zulassung) und deren Bedeutung für die Baupraxis

Produkte, die in keiner Europäischen Norm verankert sind, können keine CE Kennzeichnung bekommen. Für VARIO wurde deshalb auf Grundlage der Richtlinie ETAG 002, (Leitlinie für die Europäische technische Zulassung für geklebte Glaskonstruktionen), eine ETA beantragt. Die nunmehr erteilte Zulassung regelt für dieses Produkt die Anwendungsbereiche, legt spezifische Bemessungsdetails fest und schreibt die notwendigen Eigen- und Fremdüberwachungsprozedere zur Sicherstellung der Qualitätsanforderungen vor. Damit ist das Produkt VARIO in allen EU-Ländern zur Verwendung freigegeben. Die nationalen Behörden legen jedoch autonom deren Sicherheitsstandards fest. Um den bekannten Sicherheitsstandards zu genügen, bietet ECKELT 3 zugelassene Ausführungsvarianten an.

 
 

VARIO S-FOR entsprechend Österreichischer Anforderungen

VARIO S-FOR entspricht Typ I der ETAG 002, charakteristisch sind 4 glasintegrierte Nothalter sowie Verankerungen zur Aufnahme der Eindrehhalter. Glasauflager für die Gewichtsabtragung sind systemmäßig an der Tragkonstruktion vorzusehen.

 
 
 

VARIO DZ für Anforderungen in Deutschland

VARIO DZ entspricht Typ I der ETAG 002, charakteristisch sind glasintegrierte Nothalter entsprechend den statischen Anforderungen. Verankerungen ohne Nothalter sind in der Regel nicht vorgesehen. Glasauflager für die Gewichtsabtragung sind systemmäßig an der Tragkonstruktion vorzusehen. Für Einbauhöhen unter 8 m sind keine Nothalter gefordert und können demnach mit VARIO II ausgeführt werden.

 
 
 

VARIO II für Länder ohne Anforderungen für Nothalter oder Anwendungen die keine solchen Sicherheitsanforderungen stellen

VARIO II entspricht Typ II der ETAG 002, charakteristisch sind glasintegrierte Verankerungen für die Aufnahme von Eindrehhaltern. Glasauflager für die Gewichtsabtragung sind systemmäßig an der Tragkonstruktion vorzusehen.

 
 
 

1. Abmessung entsprechend ETA-10/0362

max. 2500 x 5000 mm
min. 400 x 800 mm

Gewicht

max. Gewicht abhängig von der jeweiligen Tragkonstruktion

   

2. Anwendungstechnische Hinweise

VARIO ist ein einbaufertiges Isolierglassystem, das die Innenscheibe mit der Außenscheibe mit der Sorgfalt einer klassischen SSG Verklebung verbindet. Zusätzlich sind glasintegrierte Haltevorrichtungen bzw. Notanker vorhanden, über die das Bauelement einfach an die Tragkonstruktionen mit CE-Kennzeichnung befestigt werden muss.

Bautechnisch unterliegen solche Konstruktionen besonderen behördlichen Anforderungen.

Gesetzliche Regelungen für SSG Anwendung in Österreich

2.1 zugelassene Fassadensysteme

In der Baustoffliste ÖE herausgegeben vom Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) [>] ist die Verwendbarkeit von Bauprodukten festgelegt. Nur Bauprodukte, für die europäisch technische Zulassungen (ETA) vorliegen, dürfen verwendet werden. Darüber hinaus müssen sie den, in der Baustoffliste ÖE kundgemachten Ausführungen entsprechen. Für das Bauprodukt Glas sind im Kapitel 3, 3.1 geklebte Glasfassaden geregelt.

VARIO als Bauteil in Fassaden mit ETA Zulassung

Das System VF 50 RR SG, der Firma Hueck Hartmann, besitzt eine ETA. Welche nicht nur umlaufend verklebten Aluminiumrahmen zulässt, sondern im Gegensatz dazu das Isolierglas nur punktförmig an den Rahmen befestigt. VARIO DZ oder auch VARIO II ist hier Systembestandteil. VARIO DZ ist das einziges Produkt, bei dem die Glasfläche voll erhalten bleibt und die Optik nicht durch außen angebrachte mechanische Haltevorrichtungen gestört wird und dennoch wirtschaftlich bleibt.

Die Vorteile:

  • Polygonale Fassaden möglich
  • Große Abmessungen bis 2500 x 5000 mm
  • Auch als absturzsichernde Verglasung bis 2500 x 3300 mm zugelassen

Die VARIO Bauelemente können sowohl als Typ I oder Typ II der ETAG 002, entsprechend den jeweiligen Landesbestimmungen, mit dem Fassadensystem VF 50 RR SG uneingeschränkt verwendet werden.

2.2 VARIO Anwendungshinweise Österreich

VARIO S-FOR erfüllt mit der ETA-10/0362 alle Anforderungen der OE Baurregelliste:

  • Type I - mit Abtragung des Eigengewichts und
  • Haltevorrichtungen (Nothalter) zur Verringerung der Gefahr bei Versagen der Verklebung sind in jedem Fall vorzusehen - ungeachtet der Einbauhöhe. Der Typ II ist in Österreich nicht zugelassen
  • Alle Einzelscheiben bestehend aus ESG-H oder VSG

Die Anwendung ist für vertikale und bis 10° nach innen geneigte Fassaden bestimmt. Auch als Dachverglasung von 7 - 90° gegen die Horizontale zugelassen.

Die Tragekonstruktion (Pfosten-Riegel-Systeme) hat generell das Eigengewicht der Verglasung mit geeigneten Glasträgern entsprechend Pkt. 2.1.5 der ETA-10/0362 aufzunehmen. Sind keine geprüften Eindrehhalter aus dem verwendeten Pfosten-Riegel-System vorhanden, sind diese entsprechend des Pkt. 2.1.6. vom Fassadenhersteller zu bemessen.

2.3 statische Vordimensionierung – eine Serviceleistung

Für die Bemessung der Glasdicke, Anzahl und Abstände der Verankerungen bzw. Nothalter sind Eigengewicht, Wind, Temperatur- und Klimabeanspruchung zu berücksichtigen. Das ECKELT Bemessungskonzept ist in der ETA beschrieben. Für die Durchbiegung in Scheibenmitte gilt im Gebrauchslastfall < 1/100 der kleiner Plattenstützweite.

2.4 Absturzsicherung

Durch die Ausführung der Innenscheibe mit VSG STADIP kann eine Absturzsicherung entsprechend der Anforderungen A, C1 – C3 lt. ÖNORM 3716-3 erreicht werden. Da die Art und Anzahl der Eindrehhalter einen wesentlichen Bestandteil der Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Belastungen darstellt, sind diese nur durch Bauteilprüfungen nachzuweisen.

Für das System VF 50 RR SG sind solche Nachweise mit VARIO Bestandteil der Systemzulassungen.

2.5 Schalldämmung

Zusätzlicher Vorteil ist die kostenlose Verbesserung der Schalldämmung durch die konstruktive Entkoppelung der Einzelscheiben bei vergleichbaren Scheibenaufbauten. Z.B. ist der VARIO Standardaufbau 8/16/6 mit RW 39 dB nachgewiesen. Normales Isolierglas mit 8/16/6 erreicht nur 37 dB, also um 2 dB weniger Schalldämmung.

 
 
 
Beispiel diverse Tragkonstruktionen
 
 

3. Verglasungsrichtlinien

Für Planung, Handling und Montage sind die in unseren VARIO Verglasungsrichtlinien beschriebenen Hinweise sowie die ETA-10/0362 einzuhalten.

 
 

4. Thermische Isolation

Warm-Edge-Lösung mit CHROMATECH PLUS Abstandhalter werden für VARIO als Standard eingesetzt. Die angegebenen U-Werte werden unter Berücksichtigung einer Gasfüllung ermittelt und die Gasdichtheit lt. EN 1279-2 durch Prüfzeugnis TC-RAP-06-18364 bestätigt.

Dieses „Warm-Edge“-System reduziert die Wärmebrücken im Randbereich, was den Fassaden U-Wert (UCW-Wert) verbessert und die Kondensatbildung am Isolierglasrand und Pfosten-Riegel-Profil verringert.

Die fassadenimmanente Wärmebrücke wird durch den linearen Wärmedurchgangskoeffizienten ψfg oder kurz den „ψ-Wert“ charakterisiert und in die Berechnung für den U-Wert der Fassade mit einbezogen.

Nach EN ISO 10077-1 wird der Wärmedurchgangskoeffizient einer kompletten Fassade aus den U-Werten für Glas und Rahmen mit den entsprechenden Flächen und eben dem ψ-Wert mit dem Glasumfang berechnet.

CHROMATECH PLUS

Für eine typische Systemanwendung wurde der nachstehende Ψ-Wert ermittelt, welcher alle Einflüsse durch Glasrand, Abstandhalter, Pfosten/Riegel-Profil und Wetterfuge berücksichtigt. Um den Einfluss der örtlichen Anker zu beurteilen wurden Chi-Werte ermittelt. Diese sind jedoch in Bezug auf den UCW-Wert vernachlässigbar.

Gegenüber dem üblichen Psi-Wert der nur für den Randverbund der Isolierglasscheibe angegeben wird, ist der Psi-Wert bei VARIO (Psi in W/m.K) inklusive des Pfosten-Riegel-Profils (Uf-Wert) der Verglasung (Ug) und dem längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten (ψg) berücksichtigt.

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient Ψ für VARIO mit CHROMATECH PLUS Ψ 0,170 W/m.K

Die Ermittlung des Bemessungswertes UCW der Fassade sollte nach dem alternativen Verfahren nach EN 13947 Anhang B erfolgen. Ein Formulierungsvorschlag findet sich in Anlage D.

[PDF] Allgemeine Verglasungsrichtlinien

 
VARIO mit CHROMATECH PLUS
 
Optisch ansprechende Oberflächengestaltung