HOME ENGLISH NEWSLETTER SUCHEN & FINDEN SUCHE:
REFERENZEN  
 
 
 
 
 
 
 

Haselbach Einfamilienhaus

Architekt

Karl-Heinz Schwarz [Website]

Fassade

Glas Bau Kreativ [Website]

Profilhersteller

Knapp Verbinder, System FASCO [Website]

Produkte

CLIMAplusWOOD [>] BIOCLEAN [>]

Glas trägt Wände – Innovative Verglasungslösung ermöglicht neue Bauformen

Mehrere Meter breite und hohe Glasscheiben machen ein Einfamilienhaus in Haselbach zur perfekten Aussichtsstation. Der Clou dabei: Dank eines neuartigen Fixverglasungssystems konnte auf zusätzliche Aussteifungen verzichtet werden.

Aufgeständert – für den besseren Blick

Die Wünsche der Bauherren – ein Haus am Hang mit rund 150 m² Wohnfläche, ein klares und einfaches Konzept, möglichst viel Massivholz als Baumaterial und sehr viel Glas, damit die beiden möglichst ungestört die Landschaft bewundern konnten – setzte der Planer bereits im ersten Vorentwurf so prägnant um, dass er den Auftrag erhielt. Sein Konzept basiert auf drei Boxen, die wie drei Finger in die Landschaft ragen. Jede Box integriert eine andere Funktion. In der ersten wird gekocht, gegessen und gewohnt. Die zweite dient als Schlafbereich, die dritte nimmt das Büro auf. Am Rücken sind die drei Boxen durch einen Verbindungstrakt miteinander gekoppelt. In diesem Trakt befinden sich die Funktionsbereiche des Hauses wie Diele, Garderobe, Bad und WC. So ist jeder der drei Flügel eigenständig und doch tragender Bestandteil des Einfamilienhausensembles.

Wände aus Glas – ein klimagerechtes Bauelement

Am Hang suchen die drei Boxen Bodenkontakt. Richtung Tal stehen sie auf Stützen und kragen weit aus. Drei Türen – die Wohnungseingangstüre, die Schlafzimmertüre und ein Nebenausgang – führen direkt nach draußen. Den Rest des Hauses verbinden riesige Glasflächen mit der Natur. Alle Scheiben sind ausschließlich Fixverglasungen des Systems CLIMAplusWOOD [>]. „Das ist ungewöhnlich, aber dank einer Wohnraumlüftung sehr komfortabel“, informiert Architekt Karl Heinz Schwarz. Das Gebäude besticht innen wie außen durch ein Wechselspiel zwischen Holz und Glas und überzeugt zudem durch sein energetisch optimales Passivhauskonzept.

Die intelligente Gebäudeaussteifung mit CLIMAplusWOOD

Sichtbare Krönung dieses Aufbaus ist jedoch der großflächig verglaste Teil der Fassadenkonstruktion. Es sind jene bis zu 5 m breiten und 3 m hohen, mit Lotuseffekt ausgestatteten Glaselemente dank „easy-to-clean“ BIOCLEAN [>] Beschichtung, an die teilweise noch 1,40 m breite und 3 m hohe Über-Eck-Verglasungen angrenzen – und von deren Befestigung rein gar nichts zu erkennen ist. „Von außen sichtbar ist nur das Holz der angrenzenden Fassade, dann kommt schon das Glas“, freut sich der Planer über diese grazile Konstruktion, „nicht einmal Diagonalaussteifungen gibt es.“ Das wäre noch vor gar nicht so langer Zeit unmöglich zu bewerkstelligen gewesen. Ohne Pressleisten keine Verglasung. Ohne Zugstäbe oder sonstige Diagonalsaussteifungen keine großen Glasflächen. So lautete die Regel für großflächige Verglasungen bisher.

Erst eine neue Entwicklung des Glasspezialisten ECKELT und dem Verbindungshersteller KNAPP hat die in Haselbach angewandte Konstruktion möglich gemacht. Das eingesetzte Holz-Glas-Verbundsystem CLIMAplusWOOD basiert darauf, dass das verbaute Glas statisch tragend ausgeführt ist, weil einer der außenliegenden Scheiben die Tragwirkung übernimmt. Damit kann auf Aussteifungen verzichtet werden. Nach der Montage ist das System sofort tragend und auch sofort wind- und wetterdicht. „Die Montage selbst geht äußerst einfach und zügig vonstatten“, erinnert sich der Architekt. Das unter dem Namen Fasco vermarktete GFK Kunststoffprofil war bereits unter industriellen Bedingungen vom Glashersteller aufgeklebt worden, sodass das fertige CLIMAplusWOOD Glaselement auf der Baustelle nur mehr in die Fensteröffnung geschraubt werden musste. Entsprechend kurz ist die Bauzeit des Einfamilienhauses veranschlagt worden.

Ruck-zuck fertig

Dieser kurze Zeitplan lasse sich einerseits vor allem dank der Holzbauweise bewerkstelligen, versichert Schwarz. „Die Holzbauweise ist sehr viel genauer als die Massivbauweise, und sie lässt sich zudem gut vorfabrizieren, sodass wir sehr viel schneller bauen können.“ Parallel habe das in Haselbach verwendete Glassystem von ECKELT zur schnellen Bauweise beigetragen. „Immerhin war bereits November, als die Verglasung an der Reihe war“, kommentiert Schwarz. Da das Wetter zu schlecht war, „konnten wir die Wetterfuge auch nicht sofort herstellen, sondern mussten dafür noch ein paar Tage warten“, informiert er weiter. „Das war kein Problem, weil die Fassade schon dicht war.“ Der Planer hatte zuvor auf Basis von drei möglichen Ausführungsdetails des Verbindungsherstellers Knapp die Lösung ausgewählt, die es ermöglicht, die Scheiben auf Wunsch sofort austauschen zu können, ohne das die Fassade dazu geöffnet werden muss. „Es genügt die Silikonfuge herauszuschneiden und schon kann das Glas ausgewechselt werden“, informiert Schwarz.

Das Objekt Haselbach ist eines der ersten, die diese Art der Verglasung nutzen. „Ich würde das auch jederzeit wieder tun“, beteuert Schwarz. „Man spart sich dadurch Kosten für die Windverbände, es ist optisch schöner, und zudem ist die Montagezeit angenehm kurz.“ Es müsse lediglich darauf geachtet werden, dass die Montage durch geschultes Personal ausgeführt werde – und dass das System möglichst früh in die statische Planung eingebunden werde, da dadurch Windverbände entfallen und sich somit die Statik ändert.

Fotos: Knapp Verbinder