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Fassadenkonzepte im Vergleich [PDF]

Grundriss Uni Ulm [PDF]

Uni Ulm, Forschungsgebäude für biochemische und biomedizinische Grundlagenforschung

Architekten

bizer architekten

Produkte

DLS ECKLITE SC 06-ENC [>]
SUNEX Neutral 68/34 [>]
Architektonische Konzeption

Der Neubau formuliert einen eigenständigen, konsequent strukturierten Typus eines modernen Laborgebäudes und formuliert die vorhandene Baustruktur der benachbarten 13 Gebäudekreuze neu. Je nach Blickwinkel spiegeln sich in seiner streng durchkomponierten Glasfassade der angrenzende Eichenwald oder die angrenzenden Unigebäude wieder und treten mit dem gleichzeitig transparent wie kompakt wirkende Gebäude in einen spannungsvollen Dialog. Besucher gelangen über zwei großzügige, mit Kiefern bepflanzte Zugangshöfe in die zentrale Kommunikationszone, einen Ort zum zwanglosen Wissensaustausch, für Arbeitsbesprechungen und für Ausstellungen. Der transparente dreigeschossige Raum mit seinen offenen Teeküchen, bequemen Sitzmöbeln und gläsernen Besprechungsboxen ermöglicht informelle, spontane Kontakte. Die angrenzenden Seminarbereiche und ein Multimediaraum schaffen die Fortsetzung einer offenen Gesprächskultur auch auf gesellschaftlicher Ebene.
Weitere Innenhöfe, mit Efeu, Stein oder Moos gestaltet und teilweise mit Glas gedeckt, sorgen für natürliche Belichtung der angrenzenden Laborflächen und dienen der Orientierung. Diese Orte der Ruhe und Konzentration fördern eine konzentrierte Forschungsarbeit, ermöglichen eine bessere Balance für die Arbeitenden. Über die Laborkuben erreicht man die nördliche und südliche Bürospange mit den großflächig verglasten Büroräumen.
Die gewählte Gebäudestruktur mit ihren kurzen Wegen und vielfältigen Blickbeziehungen eröffnet auch für zukünftige Entwicklungen und Veränderungen vielfältige Nutzungsvarianten. Die daraus entwickelte bauliche Umsetzung dient demnach auch dazu, die Fähigkeit zur Vernetzung der Arbeitenden zu fördern. Die Auswahl der Materialien und Lichtstimmungen unterstützt dies atmosphärisch.

Nachhaltige Ökonomie

Die kompakte Außenhülle des Gebäudes – das Verhältnis Oberfläche zu Volumen ist äußerst günstig – ermöglichten ökonomische Baukosten und reduzieren auch Wartungsaufwand und Betriebskosten. Die Anordnung gleichartig installierter Flächen übereinander sorgt für die gebotene Wirtschaftlichkeit. Teilflächen können daher bei Bedarf ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs umgerüstet werden. Während die Laborgebäude ein bedarfsgerechtes Be- und Entlüftungssystem mit Volumenstromregelung erhielten, wird in den Büros und in der Kommunikationszone weitgehend natürlich gelüftet. In den Hitzeperioden unterstützen Low-Tech-Maßnahmen wie Nachtlüftung dieses Konzept. Nicht verkleidete Decken und Wände wurden dabei im gesamten Gebäude als Speichermasse miteinbezogen.

Die Fassaden

Im Vordergrund der Fassadenkonzeption stand die Behaglichkeit der Benutzer – konstante Lichtverhältnisse für bildschirmtaugliche, blendfreie Arbeitsplätze - sommerlicher Wärmeschutz auch bei starken Windverhältnissen unter größtmöglicher Nutzung des Tagslichtangebotes. Die baulichen Maßnahmen hierzu basieren auf einer dynamischen Gebäudesimulation und konnten dadurch energieeffizient optimiert werden.

Für die gesamten Laborbereiche wurde daher ECKLITE SC 6-ENC verwendet. Dieses System mit Sonnenschutzlamellen im Isolierglas gewährleistet bei den lokalen Windverhältnissen (250 Jahresarbeitsstunden > 10 m/s Wind) den ungestörten Betrieb. In den Labors konnte der situationsbezogene g-Wert total 0,13 bis 0,16 (bei Sonnenhöhenwinkel ab 30° und Lamellenwinkelstellung 15°) nachgewiesen werden. Diese annähernd waagrechte Lamellenstellung ermöglicht dabei mit seiner Lichttransmission von 34% eine optimale Tageslichtversorgung. Auf einen innenliegenden Blendschutz konnte daher ebenfalls verzichtet werden. Die sonst bei Raffstores erforderliche Kunstlichtzuschaltung kann daher um die Hälfte reduziert werden.

Die Ansteuerung der Gläser erfolgt mit ECKLITE CONTROLLER. Um die ermittelten licht- und energietechnischen Eigenschaften unter allen Bedingungen sicherzustellen und Fehlbedienungen zu vermeiden wird der Lamellenbehang nicht hochgezogen, sondern nur in vorgegebenen Winkelstellungen manuell oder zentral nachgeführt. Die Bürobereiche wurden mit SUNEX und raumseitigen Lichtlenklamellen ausgestattet.

(Fotos: Albrecht Schnabel)